Home Pro mini neben dem größeren Homey Pro

Homey 13.1 unterstützt Matter-fähige Hausgeräte

Der niederländische Smarthome-Spezialist Athom hat seiner Homey-Plattform ein Update spendiert (link). An der Software-Version 13.1.x fällt vor allem eines auf: Die Matter-Funktionen wurden deutlich erweitert. Mit Wallboxen, Warmwasserbereitern, Geschirrspülern, Wäschetrocknern, Mikrowellen und Backöfen sind viele Produktkategorien hinzugekommen, die zur allgemeinen Haushaltsausstattung gehören. Die Integration von Saugrobotern umfasst nun auch Kontrollfunktionen für Zonen, also Bereiche in der Wohnung, die sich ferngesteuert anfahren lassen. Und fernbedienbare Matter-Ventile können bei der Gartenbewässerung von Nutzen sein.

Lösung für das Henne-Ei-Problem

Das Thema Hausgeräte könnte etwas Rückenwind vertragen. Obwohl seit Matter 1.2 und Matter 1.3 im Standard vorgesehen, gibt es bislang kaum Produkte auf dem Markt – von Ausnahmen wie Bosch-Kühlschränken und Saugrobotern einmal abgesehen. Es ist ein Henne-Ei-Problem: Gerätehersteller verspüren wenig Motivation, Matter-Unterstützung in ihre Waschmaschinen oder Backöfen einzubauen, solange diese nicht in Plattformen integrierbar sind. Und die Plattformen wiederum haben kaum Anreiz, Gerätetypen zu implementieren, zu denen es keine zertifizierte Hardware gibt.

Matter-fähige Kühl-/Gefriergeräte wie die Serie 4 und 6 von Bosch sind bislang die Ausnahme. Bild: matter-smarthome

Breite Matter-Unterstützung für Haushaltsgeräte war bislang vor allem die Domäne von SmartThings – was angesichts der traditionellen Samsung-Geschäftsbereiche nicht überrascht – sowie von Home Assistant als Open-Source-Lösung. Mit dem Update 13.1.x reiht sich Homey nun in diese Liga ein. Das macht die Smarthome-Zentralen des Herstellers auch für Early Adopter interessant, die frühzeitig auf kommende Gerätegenerationen vorbereitet sein möchten.

Je mehr Ökosysteme die Produktkategorien implementieren, desto deutlicher das Signal an Gerätehersteller, dass eine Matter-Zertifizierung sich lohnt. Athom wird den Stillstand nicht alleine auflösen können, aber Homey legt ein weiteres Gewicht auf die Waagschale.

Wallboxen lassen auf sich warten

Von allen Neuerungen verdient die Unterstützung sogenannter EV-Charger besondere Aufmerksamkeit – und nicht nur, weil Wallboxen für Elektroautos sich zunehmend verbreiten.

Matter 1.3 führte 2024 die Gerätekategorie EVSE (Electric Vehicle Supply Equipment) als erste Klasse mit dem Fokus Energiemanagement in den Standard ein. Ziel der Entwicklung soll ein haushaltsweites Energiemanagementsystem (EMS) sein, das Angebot und Nachfrage geräteübergreifend koordiniert: Solaranlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe, smarte Haushaltsgeräte sowie die Wallbox als einen der größten steuerbaren Stromverbraucher im Haus.

Das Energie-Dashboard von Homey sorgt für Überbick bei der Energiegewinnung und beim Verbrauch. Bild: Homey

Homey bringt umfangreiche Funktionen zur Verbrauchsmessung und Überwachung des Energieverbrauchs mit. Allerdings basieren diese Daten überwiegend auf der individuellen Integration einzelner Anbieter oder Systeme. Eine herstellerübergreifende Lösung wie Matter passt ins Konzept und könnte den Markt verbreitern – wenn es denn genügend Wallboxen mit einer Matter-Zertifizierung gibt. Aktuell listet das offizielle Verzeichnis der CSA kein einziges Modell auf.

In heutigen EV-Ladesystemen kommt stattdessen eine Vielzahl etablierter Protokolle und Schnittstellen zum Einsatz. Die Branche ist gut versorgt mit OCPP (Open Charge Point Protocol), Modbus (TCP / RTU), HTTP und lokalen APIs. In Deutschland und der EU spielt außerdem EEBus eine Rolle. Damit die Hersteller auf Matter setzen, muss für sie ein Mehrwert erkennbar sein – wie der einheitliche und einfache Anschluss an eine Vielzahl von Systemen. Mit der neuen Software von Homey und Homey Pro ist gerade eines dazugekommen.

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