matter-Vorteile #3: einfache Installation

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Ein Ziel des Smarthome-Standards matter ist es, die Inbetriebnahme von Geräten schnell und einfach zu machen. Sie sollen sich ohne Vorkenntnisse installieren lassen. Dabei assistiert eine App auf dem Smartphone. Das Programm führt Schritt für Schritt durchs sogenannte Onboarding und fügt neue matter-Produkte zum Smarthome hinzu. Offiziell zertifizierte Geräte bringen dafür aller Voraussicht nach einen QR-Code mit, der die nötigen Informationen enthält, um eine verschlüsselte Verbindung herzustellen. Das Smartphone muss diesen quadratischen Code nur mit der Kamera aufnehmen und die darin enthaltenen Informationen verarbeiten.

Einfaches Setup per Code – schon länger bei SmartThings möglich. Bild: matter-smarthome

Geräte, die per WLAN eine Verbindung zum Router herstellen, bekommen bei dieser Gelegenheit auch gleich ihre Zugangsdaten mitgeteilt. Das Smartphone überträgt sie automatisch via Bluetooth – ohne Passworteingabe am Bildschirm. Teilweise gibt es solche Verfahren bereits, etwa bei Apple und Samsung SmartThings (Bild oben). Dank Standardisierung sollen sie künftig aber herstellerübergreifend funktionieren – auf allen Smarthome-Systemen, die matter unterstützen.

Das Vorbild: Apple HomeKit

Dass dieser Prozess ganz selbsterklärend und reibungslos ablaufen kann, zeigt Apple. Für seine Haussteuerung HomeKit hat der iPhone-Erfinder eine Methode entwickelt, die jeder Hersteller unterstützten muss, dessen Produkt ein offizielles HomeKit-Zertifikat erhalten soll. Die Scan-Funktion ist dabei ins Apple-Betriebssystem integriert. Die Home-App auf dem iPhone oder iPad – aber auch Herstellerprogramme, die HomeKit unterstützen – greifen darauf zurück. Beim Hinzufügen neuer Geräte öffnet sich immer dasselbe Bildschirmfenster mit dem Live-Bild der Kamera. Sobald ein HomeKit-Code im Blickfeld erscheint, erkennt die App ihn automatisch und bietet das jeweilige Gerät zur Installation an.

Apple liefert mit HomeKit eine Vorlage für einfaches Geräte-Setup. Bild: matter-smarthome

Mit dem iPhone 7 kam eine weitere Möglichkeit hinzu: An neueren Smartphones von Apple und entsprechend ausgestatteten HomeKit-Geräten kann der Informationsaustausch auch drahtlos per Funk erfolgen – ohne einen Kamera-Scan. Das iPhone wird dabei nahe ans Gerät gehalten. Geeignete Produkte sind an einem Funkwellensymbol auf dem Code-Etikett zu erkennen, derzeit aber noch nicht sehr weit verbreitet.

Google nennt es Fast Pair

Das Android-Betriebssystem soll mit matter-Produkten in Zukunft ähnlich verfahren. Es nutzt dabei eine Funktion namens Fast Pair. Sie wurde ursprünglich für die Kopplung von Bluetooth-Geräten entwickelt. Android-Smartphones und -Tablets oder Chromebooks mit Chrome OS stellen etwa über Fast Pair eine Verbindung zu ausgewählten Kopfhörern her. Auch Android Auto in Fahrzeugen arbeitet damit. Der grundlegende Vorteil besteht darin, dass Android ein Bluetooth-Gerät im Kopplungsmodus automatisch erkennt und am Bildschirm zur Installation anbietet.

Animation: Google

Software-Updates für Android sollen diese Funktionalität zum Start von matter auf Smarthome-Geräte ausdehnen. Fabrikneue Lampen, Thermostate und andere Produkte, die matter-zertifiziert sind, können sich dann selbst beim Betriebssystem melden, sobald das Android-Smartphone in ihre Nähe kommt. Sie strahlen nach dem ersten Einschalten ein BLE-Signal aus (Bluetooth Low Energie), das sie als potenzielle Kandidaten zu erkennen gibt. Das klappt auch mit Produkten, die Thread als Funkprotokoll verwenden, da Bluetooth für Installation im Thread-Standard vorgesehen ist. Mehr dazu in Folge 2 der Beitragsreihe über die Vorteile von matter.

Die Kontaktaufnahme läuft anschließend ähnlich ab wie bei Apple: Auf einen Hinweis am Bildschirm hin öffnet sich das Scan-Fenster der Kamera. Nach Aufnahme des QR-Codes fügt die Home-App von Google den Neuzugang zum Smarthome hinzu und verbindet ihn mit dem Google-Konto des Nutzers oder der Nutzerin. Eine vorab von Google veröffentlichte Animation zeigt den Ablauf im Zeitraffer (siehe Abbildung oben).

Amazon und das Frustrationsfreie Setup

Auch beim dritten großen US-Konzern spielt Bluetooth eine Rolle, wenn es ums Einrichten von matter-Geräten geht. Amazon unterscheidet allerdings zwischen einfachem Setup – Matter Simple Setup (MMS) genannt – und einem speziellen Frustrationsfreien Setup (FFS). Im ersten Fall empfängt ein Echo-Gerät in der Nähe das Bluetooth-Erkennungssignal. Wie gehabt wird der Nutzer aufgefordert, den eindeutigen Produkt-Code zu scannen.

Das Frustrationsfreie Setup (Frustration Free Setup) geht einen Schritt weiter. Es macht den Scan mit der Smartphone-Kamera überflüssig, weil das neue Produkt bei seinem Eintreffen zu Hause bereits im Amazon-Konto registriert ist. Der Echo empfängt das Bluetooth-Signal und gleicht die Identität des Senders mit Daten in der Amazon-Cloud ab. Dort können Hersteller den Produkt-Code und andere relevante Informationen vorab deponieren. Ein Amazon Echo oder Echo Show ruft sie bei der Installation über das Internet ab. Für WLAN-Produkte holt er sich sogar das Zugangspasswort vom Server, sofern der Kunde einer Speicherung in Amazons Cloud zugestimmt hat. Ergebnis: Das neue Gerät verbindet sich nach dem Auspacken und Einschalten wie von Zauberhand.

Mit WiFi-, Bluetooth- und Zigbee-Produkten funktioniert dieses Frustfreie Setup schon länger. Nach den matter-Updates der Echo-Familie soll es auch für den neuen Standard zur Verfügung stehen – wenn die Gerätehersteller mitspielen. Außerdem müssen Amazon-Kunden beim Kauf im Online-Shop angeben, dass sie das neue Gerät mit ihrem Alexa-Konto verbinden möchten. Eine Klickbox auf der Bestellseite macht es möglich (Abbildung unten). Zunächst gibt es diese Möglichkeit nur in Amazons eigenem Shop. Weitere Online-Versender sollen folgen.

Klickbox für das „Frustrationsfreie Setup“ im Amazon-Shop. Bild: matter-smarthome

Wichtig zum Verständnis: Das Frustfreie Setup ist kein Teil des matter-Standards, eher eine Komfortleistung, die Amazon obendrauf setzt. Künftige matter-Geräte werden sich am Echo auch ganz konventionell in Betrieb nehmen lassen – mit einem Scan des QR- oder Barcodes.


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