Apple hat am 13. Oktober seinen ersten Smarthome-Hub mit Bildschirm vorgestellt. Er heißt HomeView. Dazu kommen: eine neue Home Collection, bestehend aus Kameras, Thermostaten und einem Matter-fähigen Türschloss, sowie ein überarbeiteter HomePod mini und die vierte Generation des Apple TV 4K. Was in der Ankündigung der Zentrale fehlt, sind Verkaufstermine für Europa. Der HomeView wird in der EU nicht erhältlich sein. Grund dafür ist die neue KI‑gestützte Sprachassistenz Siri AI, über die Apple mit der Europäischen Kommission noch uneins ist.
Der neue HomeView – Apples iMac G4 lässt grüßen
Der HomeView hat ein quadratisches 7-Zoll-Display auf einem Lautsprechersockel. Wer alt genug ist, erinnert sich vielleicht noch an den iMac G4, den Steve Jobs im Januar 2002 präsentierte. Er verfügte über ein schwenk- und neigbares Display, das auf einem halbkugelförmigen Fuß ruhte, und wurde von Fans liebevoll „Tischlampe“ genannt. Das Design des HomeView nimmt Anleihen daran, folgt mit seinem Aluminium-Körper aber eindeutig der aktuellen Formensprache von iPhone, iPad & Co. Die Oberfläche ist in den Farbtönen Silber, Polarstern, Rosé und Space Grau zu haben.

Eine integrierte 12-Megapixel-Kamera ermöglicht FaceTime-Anrufe. Außerdem soll das Gerät bis zu sechs Personen erkennen und die angezeigten Inhalte entsprechend personalisieren. Zur Steuerung von Lampen, Thermostaten und anderen kompatiblen Geräten stehen Bedienelemente auf dem Touch-Display zur Verfügung. Auch Livebilder von bis zu neun Sicherheitskameras sollen sich hier anzeigen lassen. Für den Betrieb mit Matter-Geräten ist Thread-Funk an Bord. Und auch wenn es Apple nicht extra betont, dürfte der HomeView-Hub ein Matter-Controller sein.

Der Preis liegt bei 299 US-Dollar. Alternativ soll es eine Version ohne Fuß für die Wandmontage geben, wahlweise mit USB-C-Anschluss oder integriertem Netzteil. Ein Modell mit Stromversorgung über Ethernet-Kabel (PoE) folgt 2027. Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Der Verkauf beginnt am 13. November in Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, Großbritannien, Singapur, Südafrika und den Vereinigten Staaten. Zur EU macht Apple keine Angaben, weil das Unternehmen und die europäischen Behörden weiterhin über die regulatorischen Rahmenbedingungen diskutieren. Man arbeite „konstruktiv zusammen, um einen Weg nach vorn zu finden“, heißt es aus Cupertino.
Auch eine deutsche Sprachversion wurde für Siri AI auf HomeView bislang nicht angekündigt. Die Sprachassistenz startet in den unterstützten Ländern ausschließlich auf Englisch. In Kanada soll Französisch zu einem späteren Datum per Update folgen. Damit ist der neue Hub nicht nur regional, sondern auch sprachlich eingeschränkt verfügbar.
Die neue Home Collection – Made for Apple
Die angekündigte Home Collection ist eine Zubehörlinie, die Apple gemeinsam mit LG Electronics und Schneider Electric entwickelt hat. Apple beschreibt sie als „empfohlene Produkte“ für das bestehende Matter– und „Works with Apple Home“-Ökosystem. Auf den Markt kommen die Geräte ab Dezember, einzelne Produkte folgen Anfang 2027. Zur Einrichtung soll ein Tipp mit dem iPhone genügen. Es könnte sich also um den ersten großangelegten Einsatz einer Inbetriebnahme mittels NFC (Near Field Communication) handeln, wie sie in Matter 1.6 vor Kurzem erst spezifiziert hat. Alle Geräte unterstützen Thread und aktualisieren laut Apple ihre Zugangsdaten automatisch, wenn das Heimnetzwerk sich ändert. Auch das wäre ein großer Fortschritt bei der Bedienung.

Die Kollektion umfasst sechs Geräte: ein smartes Türschloss, eine Videotürklingel, eine Innenkamera, zwei Varianten einer Außenkamera sowie zwei smarte Thermostate. Das Smart Lock von LG unterstützt Apple Home Key und kann mithilfe von Ultra-Wideband (UWB) auch automatisch entriegeln. Es ist außerdem mit Matter und dem Aliro-Standard kompatibel und soll ab Dezember in den USA und Kanada erhältlich sein (349 US-Dollar).
Die Videotürklingel von LG (249 US-Dollar) verfügt über zwei Kameras mit einer Auflösung von bis zu 2,5K. Eine erfasst Besucher, die andere den Bereich am Boden vor der Tür, etwa für die Erkennung abgestellter Pakete. Die Verfügbarkeit ist für die USA, Kanada und Großbritannien vorgesehen; einen konkreten Starttermin hat Apple bislang nicht genannt. Für 199 US-Dollar bietet Apple seine LG-Innenkamera an. Sie kann ihre Ausrichtung automatisch verändern und unterstützt HomeKit Secure Video. Die Außenkameras werden in einer Version ohne Beleuchtung für 299 US-Dollar und einer Variante mit bewegungsaktivierter Flutlichtbeleuchtung für 399 US-Dollar angeboten. Auch diese Produkte sollen zunächst nur in den USA, Kanada und Großbritannien auf den Markt kommen.
Bei den Thermostaten arbeitet Apple mit LG und Schneider Electric zusammen. Beide Modelle kosten jeweils 199 US-Dollar und sind für nordamerikanische Heizungs- und Klimasysteme ausgelegt. Sie unterstützen Matter und sollen ab Dezember in den USA und Kanada erhältlich sein.
Der HomePod mini – neu aufgelegt in bunten Farben
Apples kugeliger Smartspeaker geht in die nächste Runde. Er behält seine kompakte Form, wurde aber technisch aktualisiert. Zu den Neuerungen zählen ein leistungsfähigerer S10-Chip sowie die Unterstützung für WLAN 6E und Bluetooth 6. Zum gestiegenen Preis (D: 169 Euro / USA: 149 Dollar) kommen auch neue Farben: Der HomePod mini 2 und ist in Rosa, Grün, Blau, Weiß und Mitternacht erhältlich.

Außerdem neu: der sogenannte ist „Sound Glow“, eine Lichtanimation auf der Oberseite, die zur Musik pulsiert. Obendrein soll der Smart Speaker bis zu sechs Nutzer an ihren Stimmen erkennen und mit Kameras oder Türklingeln der Home Collection ansagen, wer gerade vor der Tür steht. Vorbestellungen laufen, der Verkauf beginnt am 30. Oktober – in den USA und „mehr als 23“ weiteren Ländern oder Regionen, die der Hersteller nicht einzeln aufführt.
Siri AI kommt nachträglich „in einem zukünftigen Software-Update“ auf das Gerät, zunächst auf Englisch und in denselben acht Ländern wie beim HomeView. Zusammen mit einem iPhone oder iPad, das über „Apple Intelligence“ verfügt, soll die neue verbesserte Sprachassistenz ihre Stärken voll ausspielen. Sie kann dann auf persönlichen Kontext eines Nutzers zurückgreifen und ihm dabei helfen, genau das zu finden, was er gerade sucht. Ausnahme ist hier wieder die EU – solange Siri AI noch auf sich warten lässt.
Neuer Apple TV 4K der 4. Generation
Last not least wurde der Apple TV 4K aktualisiert. Die vierte Generation erhält ein neues Ausstattungsmerkmal: Drei integrierte Fernfeldmikrofone ermöglichen die Sprachsteuerung mit Siri, ohne dass Nutzer dafür direkt in die Fernbedienung oder einen angeschlossenen HomePod sprechen müssen.
Antworten der Sprachassistenz erscheinen als Text auf dem Fernseher, statt über Lautsprecher abgespielt zu werden. In Verbindung mit einem kompatiblen iPhone soll der Apple TV 4K Funktionen von Siri AI nutzen können, etwa um persönliche Informationen in seine Empfehlungen einzubeziehen. Die verbesserte Siri Remote unterstützt die Suche nach der Fernbedienung mit höherer Präzision und kann bei Bedarf auch einen Ton abspielen.

Für das Smarthome ist der Apple TV schon lange mehr als ein Stream-Player zum Filmeschauen. Auch die 4. Generation dient wieder als Home Hub, kann Matter– und HomeKit-Geräte automatisieren. Und glücklicherweise hat Apple sich von der Idee verabschiedet, zwei verschiedene Modelle anzubieten – mit und ohne Thread Border Router. Die vierte Generation gibt es nur noch in einer Ausführung, was Fehlkäufe praktisch ausschließt. Das Gen4-Modell kostet in den USA 299 Dollar, der Preis in Europa beträgt 349 Euro. Vorbestellungen sind ab sofort möglich, die Auslieferung soll am 13. November beginnen.
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