Panasonic integriert Matter-Bridge in seine HEMS-Plattform

Panasonic Japan kündigt ein umfassendes Software-Update für sein Heim-Energie-Management-System (HEMS) an. Die Touchscreen-Zentrale AiSEG3 (link) erhält dabei gleichzeitig eine neue App. Wesentlicher Bestandteil der Aktualisierung ist die Unterstützung des Matter-Standards, mit dem nun auch eine lokale Integration von Smart-Speakern für die Sprachsteuerung möglich wird.

Lokale Verbindung und weniger Cloud-Abhängigkeit

Laut Information des Unternehmens (link) erfolgte die Anbindung von Sprachassistenten und externen Steuerungen bislang primär über eine Cloud-zu-Cloud-Kopplung. Das Matter-Update reduziert diese Abhängigkeit, was nicht nur die Ausführung von Befehlen beschleunigen, sondern auch den Einrichtungsprozess vereinfachen soll. Zum Marktstart Ende Januar 2026 werden zunächst Funktionen für Klimaanlagen (Modus- und Temperaturwahl), Licht (an/aus) und Luftreiniger unterstützt. Der AiSEG3 erhielt für diese Cluster eine Zertifizierung von der Connectivity Standards Alliance (link). Er kann damit als Matter Bridge („Aggregator“) dienen und Produkte von Herstellern weiterreichen, die den Smarthome-Standard nicht selbst unterstützen.

Der Matter-Standard ersetzt die bisherige Cloud-zu-Cloud-Verbindung von Smart-Speakern. Bild: Panasonic

Breite Unterstützung von Klimaanlagen

In der offiziellen Kompatibilitätsliste des HEMS von Panasonic (link) ist von vielen Marken und Geräten die Rede – insbesondere aus dem Bereich der Klimaanlagen. Hier unterstützt Panasonic neben eigenen Modellen auch wichtige japanische Wettbewerber wie Daikin, Fujitsu General, Hitachi (mittlerweile zu Bosch gehörend), Mitsubishi Electric und Toshiba. Hinzu kommen Wärmepumpen und Warmwasserbereiter sowie PV-Anlagen und Batteriespeicher, auch wenn Kategorien vorerst nicht via Matter-Bridge weitergereicht werden. Sie sind seit Matter 1.4 Teil des Standards und die Zentrale AiSEG3 ist nach dieser Matter-Version zertifiziert. Ihr fehlen aber noch die entsprechenden Cluster.

Außerdem ist die Auswahl an smarten Lautsprechern zum Start offenbar begrenzt. Panasonic nennt in seiner Ankündigung ausdrücklich Amazon-Modelle. Google Home sei nicht verfügbar. Ob das auch für andere Matter-kompatible Plattformen mit Sprachsteuerung gilt – etwa Apple Home oder Samsung SmartThings – wird die Praxis zeigen.

Energie verbrauchen, wenn der Strom günstig ist

Ein weiterer Schwerpunkt des Updates betrifft die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen bei der Nutzung von Solarenergie in Japan. Seit Oktober 2025 gilt dort ein neues, zweistufiges Einspeisemodell für Strom aus Photovoltaik, „FIT“ genannt (link). Das Panasonic-System steuert die Vergütung daher abhängig von der Vertragslaufzeit: In den ersten vier Jahren nach Inbetriebnahme wird die Netzeinspeisung priorisiert. Danach, wenn die Vergütung sinkt, ist das Ziel ein möglichst hoher Eigenverbrauch, um die Rentabilität der Anlage zu steigern. Ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung von Lösungen fürs Energiemanagement und welche Rolle dabei künftig der Matter-Standard spielen kann.

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