Mit Moduel (link) startet ein Unternehmen aus Schweden den Direktvertrieb eines kreativen Systems zur Stromversorgung. Das Besondere daran: Statt einer klassischen Steckdosenleiste setzt es auf einzelne Module, die miteinander kombiniert werden können. Netzkabel, Steckdosen und ein Schalter lassen sich ohne Werkzeug ineinanderstecken. So können sich bis zu zehn Einzelsteckdosen, fünf Doppelsteckdosen oder USB-C-Ports an einer Wandsteckdose hängen, sofern die maximale Leistung den Wert von 3680 Watt nicht übersteigt. Und obendrein soll die komplette Energiekette auch noch drahtlos über den Matter-Standard steuerbar sein, verspricht der Hersteller.
IKEA hat die Idee bekannt gemacht
Das Konzept gab es schon einmal: 2013 entwickelten die Gründer nach eigenen Angaben einen kompakten 16A-/250V-Stecker mit Erdung und integrierter Schutzklappe, der sich modular erweitern ließ. Er bildete den Grundstock eines neuen Stromversorgungssystems, das Anwender selbst konfigurieren konnten – ohne Elektriker und feste Installation. IKEA hat das Stecksystem rund zweieinhalb Jahre lang unter dem Namen ÅSKVÄDER in Europa verkauft. Dabei wurden laut Moduel über 1,2 Millionen Produkte an mehr als 100.000 Haushalte verkauft. Wie es heißt, habe damals jeder dieser Haushalte im Durchschnitt zwölf Komponenten erworben.

Die Åskväder-Leiste arbeitete mit Zigbee. Über das Funkprotokoll ließ sich die Stecklösung mit dem Trådfri-Gateweay von Ikea verbinden und steuern – oder anderen Systemen, die Zigbee nutzen.
Matter stellt Kontakt zum Smarthome her
Nun wollen die ursprünglichen Entwickler das Konzept unter eigener Marke neu auflegen. Die wesentliche Neuerung stellt dabei der Matter-Standard dar. Das neue F1 Smart Matter Steuerungsmodul sieht zwar aus wie das alte von Ikea, stellt aber via Matter eine Verbindung zu Plattformen wie Apple Home, Google Home oder Home Assistant her. Zum Funkprotokoll macht die Hersteller-Website keine Aussagen. Rein technisch stehen zwei Möglichkeiten zur Wahl: WLAN oder Thread. Aktuell sind aber weder im offiziellen Matter-Zertifizierungsverzeichnis der Connectivity Standards Alliance (CSA) noch im Distributed Compliance Ledger (DCL) des Standards Informationen dazu aufgetaucht.
Eine selbstentwickelte Moduel-App soll zusätzlich zur Steuerung dienen und die Überwachung des Energieverbrauchs ermöglichen – eine Funktion, die Matter Controller von Plattformen wie Apple Home oder Google Home noch nicht zu bieten haben. Die Energiemessung funktioniert nur in bestimmten Matter-Ökosystemen.

Moduel-CEO und -Eigentümer Daniel Hagström betont außerhalb den umweltbewussten Ansatz des Systems: „Das nachhaltigste Produkt ist eines, das nie ersetzt werden muss.“ Während andere Steckdosenleisten bei intensivem Gebrauch kaputtgehen könnten – etwa wegen beschädigter Kabel oder defekter Steckplätze –, seien die Bauteile hier austauschbar. Fällt eine Komponente aus oder ändern sich die technischen Standards, wie beim Wechsel von USB-A- auf USB‑C-Buchsen geschehen, muss nur das betroffene Teil ersetzt werden.
Hagström verweist dabei auch auf regulatorische Entwicklungen in Europa. So passe das Konzept grundsätzlich zur europäischen „Right to Repair“-Strategie, die reparierbare und langlebigere Produkte fördern will. Nach Aussage des Herstellers wurde in den vergangenen 13 Jahren viel Zeit und Arbeit in das geistige Eigentum investiert: Zwölf Patente und zehn Designregistrierungen in sieben Ländern gehen auf das Konto von Moduel. Der Vertrieb soll vorrangig über den eigenen Online-Shop des Unternehmens laufen und im Juni 2026 beginnen (link). Ob zum Start bereits Matter zur Verfügung steht oder erst später per Software-Update nachgeliefert wird, muss sich zeigen.
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