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Google rät Entwicklern zu Matter

Im Rahmen seiner I/O-Konferenz (link) hat Google die weltweite Entwicklergemeinde auf den Smarthome-Standard matter eingeschworen. Die offene Plattform sei der beste Weg, neue Smarthome-Produkte auf den Markt zu bringen, so Michele Turner in ihrem Vortrag. Die oberste Produktmanagerin zählte darin die Vorteile für Anbieter auf: keine Mehrfach-Entwicklungen für unterschiedliche Plattformen mehr, weniger Aufwand für die Produktpflege und ein zuverlässiger Betrieb, weil dank lokaler Verbindung die Unwägbarkeiten einer Cloud entfallen. Wer nicht wolle, müsse keine Companion-Apps für die Inbetriebnahme mehr entwickeln oder Internet-Server bereithalten. Cloud-Dienste würden, wo gewünscht, aber weiter unterstützt.

Mehr als 130 zertifizierte Produkte bis zum Jahresende

Die industrieweite Unterstützung von matter würde den Durchbruch beschleunigen, hieß es weiter. Laut Vortrag auf der Konferenz sollen mehr als 130 Produkte noch dieses Jahr offiziell zertifiziert werden – plus 16 Betriebssystem- und Chip-Plattformen, die den Standard unterstützen. „Diese Dynamik ist beispiellos“, so Turner, „und sie bedeutet, dass matter nicht der üblichen Akzeptanzkurve folgen wird, die neue Standards häufig haben“.

Zum Beweis legte Google ein weiteres Mal seine eigene Roadmap vor. Wie im Herbst angekündigt, sollen möglichst viele Nest-Produkte, die technisch dazu in der Lage sind, auch matter-fähig werden. Konkret heißt das: Alle Nest-Speaker und -Displays sowie das WLAN-Mesh-System Nest WiFi werden Software-Updates erhalten, die sie zu matter-Controllern für das hauseigene Smarthome-Ökosystem machen. Das schließt sogar den fünf Jahre alten Google Home der ersten Generation ein.

Auch der erste Google Home von 2017 soll ein Software-Update für matter bekommen. Bild: Google

Ab dem Start von matter im Herbst werden drei Geräte außerdem als Border Router für das Funkprotokoll Thread dienen: Der Nest Hub Max, der Nest Hub der 2. Generation und Nest WiFi verbinden dann Thread-Produkte mit dem heimischen WLAN oder LAN-Netzwerk. Border Router anderer Hersteller sollen sich dafür genauso eignen. Sie reichen laut Google ihre installierten Thread-Produkte an das Smarthome-System Google Home weiter. Umgekehrt sollen sich Border Router von Google auch in anderen matter-Ökosystemen verwenden lassen. Das war in dieser Klarheit noch von keinem anderen Hersteller zu hören. Ob Amazon, Apple & Co. genauso verfahren werden, muss sich zeigen.

Eine weitere Ankündigung betrifft die Funktion Multi Admin, also den parallelen Einsatz von Smarthome-Produkten in mehreren Ökosystemen. Google arbeitet hier mit SmartThings zusammen, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.

Google Home Developer Center im Internet gestartet

Damit die Entwickler loslegen können, hat das Unternehmen wie versprochen sein Developer Center für Google Home gestartet (link). Registrierte Teilnehmer erhalten dort in Kürze Zugriff auf die Programmierschnittstellen (Home Device SDK und Mobile SDK) sowie technische Dokumentationen und Anleitungen. Auch ein neues Tool für Over-the-Air-Updates (OTA) von Geräten zählt zum Funktionsumfang.

Programmierer, die ein Konto im Developer Center anlegen und dort ihr erstes matter-Projekt einrichten, können einen Google Home Mini, Nest Mini oder Nest-Hub der 2. Generation als Controller hinzufügen, um zu testen. Die Registrierung aktiviert auch gleich eine Entwicklervorschau der matter-Unterstützung und am Nest Hub die oben erwähnte Funktion als Thread Border Router.

Last not least hat Google das Thema Smarthome für Endkunden überarbeitet. Zur Webseite home.google.com kommt ein verändertes Marketing-Logo als Erkennungszeichen auf Geräten. Das bisherige Programm „Works with Hey Google“ heißt nun „Works with Google Home“. Es soll kompatible Produkte besser als Teil des Smarthome-Ökosystems erkennbar machen.

Dieses Logo soll kompatible Produkte in Zukunft auszeichnen. Bild: Google

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