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SmartThings und Samsung geben matter-Pläne bekannt

Aus der Richtung von Samsung und seinem Unternehmen SmartThings war bislang wenig zu erfahren, wenn es um matter ging. Und das, obwohl SmartThings seit Gründung des Projekts im Jahr 2019 an dem herstellerübergreifenden Smarthome-Standard mitarbeitet. Dafür sind die Zeichen und Ankündigungen nun um so deutlicher.

Auf der Samsung Developer Konferenz am 26. Oktober 2021 (link) zog sich matter als roter Faden durch mehrere Präsentationen – angefangen bei der Eröffnungs-Keynote, in der Samantha Fein als Maketing-Chefin von SmartThings für das Thema die Werbetrommel rührte. In einer Highlight-Session wurde es dann konkreter: Samsungs koreanische Vize-Präsidentin Jaeyeon Jung, im Konzern für die SmartThings-Strategie zuständig, kündigte den Einsatz der Technologie an.

Samsung will seine wichtigsten Produktkategorien kompatibel machen. Bild: Samsung

„Wir werden matter weltweit für die Steuerung im Produkt-Portfolio nutzen“, so Jung, „unter anderem in Galaxy-Modellen, Fernsehern und Hausgeräten“. Mit Letzteren dürften vor allem die Family-Hub-Kühlschränke des koreanischen Herstellers gemeint sein. Sie waren zumindest auf einem Schaubild als Stellvertreter zu sehen (siehe oben). Ab Frühjahr 2022 soll die SmartThings-Abteilung den matter-Standard in ihr System integriert haben. Die bisherigen Funkstandards Z-Wave und Zigbee bleiben weiterhin erhalten. Dabei soll es aber nicht bleiben: „Wir arbeiten auch daran, Lösungen mit Thread in die SmartThings-Plattform zu integrieren“, teilte Jung per Videostream den Entwicklern mit.

Jaeyeon Jung

„Wir glauben, dass matter der De-facto-Standard in jedem Haushalt wird.“

Jaeyeon Jung,
Vize-Präsidentin Samsung Electronics und Leiterin des SmartThings-Teams

Die Vorbereitungen im SmartThings-Team laufen bereits seit einiger Zeit. Im August 2021 hat das Unternehmen seine neue Entwicklerplattform SmartThings Edge in Betrieb genommen. Sie erlaubt, Befehle und Automationen zu schreiben, die lokal im heimischen Netzwerk ausgeführt werden – eine Voraussetzung für den Betrieb von matter-Produkten. Denn diese müssen auch ohne Internetverbindung jederzeit für die Smarthome-Zentrale erreichbar sein.

Mit der ursprünglichen Software-Plattform war das nicht immer gegeben, weil der SmartThings-Hub einen Großteil der Befehle über Cloud-Server im Internet schickte. War dieser Server nicht erreichbar, liefen Kommandos ins Leere. Die neuen Edge-Treiber sollen außerdem Entwicklern die Arbeit erleichtern und so für ein wachsendes SmartThings-Ökosystem sorgen. Aktuell gibt es noch keine fertigen Treiber für matter, nur Z-Wave und Zigbee werden unterstützt. Doch das soll sich bis zum Start im nächsten Jahr ändern.

Ähnlich wie Google nutzt auch Samsung die Gelegenheit, um seine Entwicklerwerkzeuge komplett zu überarbeiten. Wie schnell die Technik in das Produkt-Portfolio Einzug hält, muss sich zeigen. Bislang ist SmartThings nicht durch übertriebenes Entwicklungstempo aufgefallen. Andere Mitglieder der matter-Allianz treiben ihre Smarthome-Strategie stärker voran. Allerdings kann das System nicht weiter sein als der Standard. Damit Waschmaschinen, Backöfen, Saugroboter & Co. auf die Steuerung reagieren, muss es die matter-Spezifikation für solche Produktkategorien erst einmal geben.


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