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Eve Systems setzt voll auf matter

Wenn es 2022 losgeht mit dem neuen Smarthome-Standard matter, ist ein Hersteller auf jeden Fall dabei: Eve Systems. Das Unternehmen aus München hat angekündigt, die Technologie in einen Großteil seiner aktuellen Geräte zu integrieren. Konkret geht es dabei um Sensoren, Steckdosen, Regler und Steuerungen, die das Funkprotokoll Thread unterstützen.

Ein Prototyp des Eve Energy mit spezieller Firmware funktioniert bereits testweise am Nest Hub von Google. ©matter-smarthome

„Wir werden rechtzeitig zum Start die ersten Modelle per Software-Update kompatibel machen“, erklärt Jerome Gackel, CEO von Eve Systems während eines Pressetermins Anfang Oktober. Der Rest folgt dann nach und nach. Aktuell sieht die Planung drei Durchgänge mit Updates vor.


Mitte 2022 machen vier Geräte den Anfang:

  • der Zwischenstecker Eve Energy (Europa/Nordamerika)
  • der Öffnungskontakt Eve Door & Window
  • die akkubetriebenen Rollos Eve MotionBlinds
  • und ein runderneuerter Bewegungsmelder Eve Motion, der im ersten Halbjahr 2022 auf den Markt kommen soll.

Später im Herbst 2022 folgen:

  • der Lichtschalter Eve Light Switch (Europa/Nordamerika)
  • der Heizkörperregler Eve Thermo

Ende 2022 sind schließlich dran:

  • der Außensensor Eve Weather
  • der Innensensor Eve Room
  • sowie die UK-/ und Australien-Version des Eve Energy

Von der smarten Bewässerungssteuerung Eve Aqua oder WLAN-Produkten wie der Eve Cam ist aktuell noch keine Rede. Ein Grund dafür könnte sein, dass die matter-Gremien erst festlegen müssen, welche Produktkategorien in die erste Version des Standards kommen. Vor allem kleinere Anbieter wie Eve müssen mit ihren Entwicklerkapazitäten haushalten. Deshalb konzentrieren sie sich eher auf wahrscheinliche Kandidaten. Thermostate, Bewegungsmelder oder Zwischenstecker haben hier größere Chancen es in die Startauswahl zu schaffen als ein Rasensprenger.

Update-fähige Geräte ab Baujahr 2020

In den Genuss der kostenlosen Aktualisierung kommen Thread-fähige Eve-Produkte der jüngsten Baureihe. Teilweise wurde sie bereits 2020 eingeführt. Wer unsicher ist, ob sein Exemplar zu Hause dazugehört (manche Modelle gibt es in der vierten Generation), kann im Internet nachschauen. Der Hersteller hat in seinem Support-Bereich eine Art Stammbaum eingerichtet (link). Dass Updates überhaupt möglich sind, ist vorausschauender Produktpolitik zu verdanken: Beim letzten Generationswechsel setzte Eve auf einen besonders fortschrittlichen Funk-Chip von Nordic Semiconductor.

Porträt Jerome Gackel

„Eve-Produkte verfügen über extra Hardware-Ressourcen im Wert von zwei Euro, die aktuell noch niemand benötigt.“

Jerome Gackel, CEO von Eve Systems

Dieser Chip erlaubt nicht nur den Wechsel des Funkprotokolls von Bluetooth zu Thread über ein Firmware-Update – er bietet auch genügend Speicher und Prozessorleistung, um nachträglich die Software für matter aufzuspielen. „Die Geräte verfügen quasi über zusätzliche Hardware-Ausstattung im Wert von zwei Euro, die aktuell niemand braucht“, erklärt Eve-Chef Gackel. „Diese Investition macht sich nun bezahlt – durch zukunftssichere Produkte.“

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Mit einem YouTube-Video bereitet Eve seine Anwender auf matter vor.

Für den Hersteller bedeutet matter eine große Chance. Das Unternehmen befindet sich zwar auf Wachstumskurs, laut Jerome Gackel betrug das Plus im zurückliegenden Geschäftsjahr 42 Prozent. Allerdings bedient Eve mit seinen HomeKit-Produkten bislang nur Apple-Nutzer. Erst der neue, systemübergreifende Standard erschließt auch Haushalte mit Alexa, Google Assistant oder einer anderen Smarthome-Steuerung als Zielgruppe. Der Absatzmarkt für Eve-Produkte vervielfacht sich damit über Nacht.


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